RATGEBER


Steuerrechtliche Aspekte von Werbeartikeln

Wie werden Werbeartikel steuerrechtlich behandelt?

Von der Falttasche und dem praktischen Einkaufsbeutel über den mehrfarbigen Notizblock bis hin zum bedruckten Sonnenschirm für den Strand – bereits seit vielen Jahren erfreuen sich Werbeartikel größter Beliebtheit und sind aus dem modernen Marketingmix von Unternehmen kaum mehr wegzudenken. Oftmals sind die beliebten Give Aways bereits zu Cent-Preisen erhältlich und passen so in jedes noch so kleine Budget. Doch das Verschenken von Brillenputztüchern und Co. kann sich als teure Angelegenheit entpuppen, wenn man den steuerrechtlichen Aspekten keinerlei Beachtung schenkt. Damit jeder sicher durch den Dschungel der Steuerparagraphen wandeln kann, habe ich im Folgenden die wichtigsten Informationen übersichtlich zusammengestellt.

Werbemittel oder Geschenk – wie unterscheidet der Staat?

Aus Sicht des Finanzamts werden alle Werbeartikel ausschließlich als ein betrieblich veranlasstes Geschenk bezeichnet. Ob für Kunden, Geschäftspartner oder Mitarbeiter – das Verschenken eines Give Aways ist eine aufmerksame Geste des Unternehmens und darf somit einen gewissen Wert nicht übersteigen, um nicht den Anschein einer Bestechung zu erwecken.

Damit treuen Kunden dennoch zu besonderen Anlässen eine kleine Aufmerksamkeit übergeben werden kann, hat der Staat steuerrechtliche Regeln entwickelt – und diese berechtigen ihn dazu, unter gewissen Umständen für das Verschenken von Werbeartikeln Steuern von Unternehmen zu verlangen. Dies hängt jedoch in besonderem Maße vom Empfänger und auch vom Zweck des Geschenks ab.

Wann können Werbeartikel von der Steuer befreit werden?

Man kann die Ausgaben für Werbeartikel nur dann von der Steuer absetzen, wenn diese dem Erhalt und auch der Sicherung des betrieblichen Einkommens dienen. Kann der Staat in den Kosten diesen Zweck nicht erkennen, werden die Geschenke für Kunden und Geschäftspartner nicht als Werbemittel aufgelistet und können entsprechend auch nicht von der Steuer befreit werden.

Eine Ausnahme bilden hier noch sehr junge Unternehmen und Start-ups. Da diese im erheblichen Maße auf die Bekanntmachung ihrer Geschäftsidee angewiesen sind, gestattet der Staat ihnen höhere Werbemittelausgaben, damit betriebliche Einnahmen durch eine zielgerichtete Werbung sichergestellt werden können.

Der Wert des Werbegeschenks ist entscheidend

Nicht nur der Zweck, mit dem ein bedruckter Werbeartikel verschenkt wird, ist entscheidend, sondern auch, wieviel für ihn ausgegeben wurde. Alle Artikel, die unter einem Stückpreis von 10 Euro liegen, gelten als Streuartikel und entfallen somit der Fragestellung. Sie sind immer als Betriebsausgaben zu deklarieren und lassen sich problemlos steuerlich absetzen.

Teurere Werbeartikel, die diese Marke von 10 Euro überschreiten, sind steuerrechtlich jedoch wieder anders zu behandeln. Hier sind Unternehmen dazu verpflichtet, eine lückenlose Dokumentation über den Kauf der Artikel zu führen. Denn pro Person dürfen im Jahr nicht mehr als 35 Euro für Werbegeschenke ausgeben werden. Dabei umfasst dieser Betrag nicht nur die Anschaffung, sondern auch die Bedruckung, Gravur oder Verpackung.

Gelten für Mitarbeiter dieselben Regeln?

Für Mitarbeiter dürfen Unternehmen hingegen etwas tiefer in die Tasche greifen – hier erlaubt der Staat einen Freibetrag von insgesamt 60 Euro für Aufmerksamkeiten. So hat man die Möglichkeit, ihnen zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel der 10-jährigen Firmenzugehörigkeit, mit einem hochwertigen Werbeartikel eine besondere Freude zu machen. Ohne besonderen Anlass gilt für Mitarbeiter eine Sachbezugsfreigrenze von 44 Euro pro Mitarbeiter und Monat.

TIPP: Worauf sollten Sie beim Kauf von Werbeartikeln besonders achten?

  • Werbeartikel bis zu einem Stückpreis von 10 Euro gelten als Streuartikel und können bedenkenlos von der Steuer abgesetzt werden.
  • Pro Kopf dürfen im Jahr bis zu 35 Euro für Werbegeschenke ausgegeben werden, um diese absetzen zu können.

  • Hier muss detailliert Buch über die Ausgaben pro Person geführt werden, damit der Freibetrag nicht überschritten wird.
  • Für sehr junge Unternehmen und Start-Ups gelten höhere Freibeträge, ebenso wie für die Geschenke von Mitarbeitern.


Rubrik: RATGEBER

Fotoquelle: Shutterstock

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